Jean-Claude Bourgueil

wurde am 1. Mai 1947 in Sainte Maure de Touraine, Frankreich, geboren. Er wächst hauptsächlich bei seiner Großmutter auf, die täglich die Kochkünste pflegt und einmal im Monat im Steingutofen das Bauernbrot backt. Die Großmutter stellt auch den Sainte Maure Ziegenkäse, in Asche gerollt und mit dem Strohhalm in seiner Mitte – seinem typischen Markenzeichen – selbst her.

Von 1960 bis 1963 absolvierte er eine Kochlehre in der Ortschaft seiner Geburt und beschließt daraufhin in sämtlichen Regionen Frankreichs von Feinschmeckerrestaurant zu Feinschmeckerrestaurant zu wandern.

Ab 1968 leistet er 18 Monate seinen Militärdienst in der Stadt Bayonne bei den Fallschirmspringern der Marine-Infantrie ab.

Nach Beendigung seiner Militärzeit zog er mit seiner ersten Frau Colette nach Madrid und arbeitete zwei Jahre im Restaurant Horcher. Dies war sein erster Kontakt mit der deutschen Küche.

1970 zieht er zur Eröffnung des Hotel Hilton nach Düsseldorf, wo im Juli sein Sohn Virgile geboren wird. Er arbeitet zunächst als Chef de Partie, bald darauf jedoch schon als Sous-Chef.

Von 1972 bis 1975 arbeitet er als Sous-Chef und kurze Zeit später als Küchenchef in den Walliser Stuben. Er erkocht dort 1974, mit fünf weiteren Restaurants erstmalig in Deutschland, den zweiten Michelin-Stern.

1976 wechselt er zum Restaurant Frickhöfer in der Stromgasse in Düsseldorf um auch dort einen Stern zu erkochen, was ihm prompt gelingt.

Die Walliser Stuben hatten den zweiten Stern wieder verloren und Jean-Claude Burgueils ehemaliger Chef, Herr Hugo Steiger, bat ihn zurückzukehren, was er großzügig zu belohnen wusste. Schon 1977 erhielt das Restaurant Walliser Stuben wieder seinen zweiten Stern.

Im Oktober 1977 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit und übernahm mit seiner zweiten Frau Jeannine das Restaurant ”Im Schiffchen“. Durch den in den Walliser Stuben gewonnen Ruf gelang es ihm in kurzer Zeit das ”Schiffchen“ zu einer der bekanntesten Adressen in Deutschland zu machen.

Bereits 1979 erkochte er dort den ersten Stern und schon 1983 folgte der zweite. Tochter Cecilia wurde 1980 geboren. 1984 prämierte man die Weinkarte des ”Schiffchens“ als beste Deutschlands; 1985 erhielt auch die Spirituosenkarte dieses exklusive Prädikat.

1986 wurde zum Jahr des Umbaus: das ”Schiffchen“ zog in die zweite Etage des Hauses, und im Parterre eröffnete das neue Gourmet-Restaurant ”Aalschokker“ mit gehobener deutscher Küche.

1987 erfolgte schließlich die ”königliche Weihe“: Das ”Schiffchen“ wurde mit dem dritten Michelin-Stern ausgezeichnet und zählt seither zu den wenigen Spitzenrestaurants Deutschlands. Ein Jahr später ernannte der Staat Frankreich Jean-Claude Burgueil zum ”Officier du Merite Agricole“ und der ”Aalschokker“ erhält den ersten Michelin-Stern (somit wurde das wunderschöne Haus unweit des Rheins zum einzigen in Europa, das mit seiner Kochbrigade täglich vier Sterne kochte). Die Aufnahme in ”Traditions & Qualité 1990“ dokumentierte eindrucksvoll die Beständigkeit, mit der Maître Jean Claude die hohe Kunst des Essens und Trinkens pflegt.

Im Jahr 2001 wurde der ”Aalschokker“ aus familieren Gründen – verbunden mit einem immensen Arbeitsdruck – geschlossen. Das ”Schiffchen“ wurde aufwendig renoviert und 2002 erhielt auch der ehemalige ”Aalschokker“ ein neues Gesicht und wurde zu ”Jean-Claude’s Bistro“.

2004 wurde Monsieur Bourgueil als Botschafter der französischen Kulinarik in Deutschland zum Träger des Ordens ”Officier de la Legion d’Honneur”. Er erkochte mit acht Michelin-Sternen die meisten Sterne in Deutschland.

Im gleichen Jahr wurde auf Grund des grossen Andrangs und der daraus resultierenden Qualitätssteigerung bei dem Restaurant im Parterre die Bezeichnung ”Bistro“ weggelassen, und es heisst seitdem Restaurant ”Jean-Claude“. Das Restaurant ”Jean-Claude“ wurde im Jahr 2006 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.